Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Göttingen 2015

Geiststraße 10
Vom Ernst-August-Hospital zur Akademie der Wissenschaften

Das unter Denkmalschutz stehende klassizistische Gebäude wurde 1850 vom hannoverschen Hofbaumeister Christian Adorf Vogell als Ernst-August-Hospital der Universität fertig gestellt. Hier wurden erstmals in Göttingen alle damaligen medizinischen Fächer (Klinik für Innere Krankheiten, Chirurgische Klinik, Klinik für Sinneskranke, Klinik für Augen- und Ohrenkranke sowie das Pathologische Institut) in einem Gebäudekomplex zusammengefasst.

Überliefert ist, dass seinerzeit einige Professoren sich gegen die von der Staatsbehörde als Bauplatz bestimmte sog. „Tuchmacherwiese" als Bauplatz aussprachen, deren Boden völlig marschig war und die meiste Zeit unter Wasser stand. Tatsächlich erwies sich das Gebäude als recht feucht, so dass es geradezu als gesundheitsschädlich gelten musste und es zeigte sich im weiteren Zeitverlauf sehr rasch, dass es auf einem von vornherein zu engen Terrain angelegt worden war.
(aus: Geschichte der Göttinger Augenheilkunde  www.augenklinik-goettingen.de/geschichte)

Mehrfach wurde das Gebäude angebaut und erweitert, so wurde in den 1930er Jahren ein Verbindungsbau zur Geiststraße 11 mit neuem Treppenhaus errichtet, in den 1960er Jahren wurde hofseitig ein Bettentrakt angebaut.
1983 zog in den Südflügel das Theologische Stift als Wohnheim für Studierende der Theologie ein, nach dem Auszug der Hals-Nasen-Ohrenklinik 1986 wurde auch dieser Gebäudeteil Studentenwohnheim.
Nach einem gerade in der studentischen Öffentlichkeit angesichts von Wohnraumnot kritisch begleitetem Leerzug des jetzt umgebauten Gebäudeteiles begann 2013 die Planung für die Nutzung durch die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.
Schnell zeigte sich, dass die bewegte Nutzungsgeschichte des Gebäudes und insbesondere die kleinteilige Studentenheimnutzung mit ihren vielen Badezimmern dem Gebäude und seinen Holzdeckenkonstruktionen ernsthafte Schäden zugefügt hatte.

Ende 2015 schließlich sind alle Geschosse des Gebäudes saniert und umgebaut, neben der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen findet in der unteren Ebene die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung (GWDG) Platz.

Bau- und haustechnisch auf dem Stand eines Neubaues, wurden neben den umfangreichen Sanierungen und Umbauten ein neues Treppenhaus errichtet und ein angemessener Eingangsbereich zur Geiststraße realisiert.
Im Inneren finden sich im Erd- und Obergeschoss die herrschaftlichen Raumhöhen des Klassizismus, die einen spannenden Rahmen für die neue Nutzung schaffen.
Im Dachgeschoss ermöglichen neue Fenster, sorgfältig in das Traufgesims eingefügt, die Nutzung der Räume zu Büro- und Forschungszwecken.
Erhaltenswertes im Inneren, wie die Treppe aus den 1930er Jahren wurden bewahrt und sorgfältig restauriert.

Nutz- und Verkehrsflächen      2.325 m²
BGF                                         3.518 m²
BRI                                        13.095 m³

Bauherr: Georg-August-Universität Göttingen
              Universitätsbaumanagement
              Hospitalstraße 3. 37073 Göttingen